Sonderausstellung ROLF MEYN – Bilder vom 26.04. im Möllner Museum Historisches Rathaus

MeynMit der 2. Sonderausstellung des Jahres 2009 stellt das Möllner Museum einen Hamburger Künstler aus, dessen umfangreiches Werk überall in Deutschland und sogar international in zahlreichen Ausstellungen  die verdiente Beachtung gefunden hat, nur bislang noch nicht in unserem Landkreis.

Dieser Missstand soll deshalb mit der heutigen Eröffnung einer Schau von 55 Arbeiten nachhaltig abgestellt werden, zumal das Geburtsjahr 1930 verrät, dass dieser Künstler seit Jahrzehnten ein umfangreiches künstlerisches Werk geschaffen hat, das in Mölln in einer repräsentativen  Auswahl vorgestellt wird.

Rolf Meyn stammt aus Lüneburg. Er hat von 1951 bis 1956 an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg bei dem renommierten Lehrer und Künstler Alfred Mahlau studiert, und wem diese zeitliche und persönliche Konstellation etwas sagt, denkt vielleicht auch an einen anderen Mahlau - Schüler der HfBK, der Anfang der fünfziger Jahre dort studierte: Horst Janssen.


Beide Künstler finden die Motive für ihre Arbeiten in der Natur und der Landschaft. Rolf Meyn lädt uns zu einer Reise ein, die uns von Motiven aus Norddeutschland bis zu Themen aus dem Gebirge und den Landschaften Südfrankreichs führt.

Seit den achtziger Jahren besitzt das Ehepaar Meyn ein kleines Refugium im Süden – und dementsprechend stammen nicht nur die Motive der Arbeiten aus ganz unterschiedlichen Regionen, sondern auch das Farbspektrum der Aquarellmalerei Rolf Meyns spiegelt dieses Pendeln zwischen den kühlen Regionen des alpinen Raums und der flirrenden Farbigkeit des Südens wider.


Es gibt Künstler, deren Werk sich erst nach längerer Beschäftigung uns, den Betrachtern, wirklich erschließt.

Die Kunst Rolf Meyns, seine Aquarellmalerei, die Druckgraphik und auch seine Zeichnungen ziehen uns spontan durch ihren gegenständlichen Ausdruck in den Bann. Wir sehen, besonders in den Radierungen, Ausschnitte aus Landschaften  oder Naturdetails, die von Rolf Meyn mit höchster Präzision drucktechnisch umgesetzt  werden.

Das Verhältnis von dunklen und hellen Bildteilen, die Möglichkeit zarte Linienführungen neben stark verdichtete Bildteile zu setzen, machen den hohen künstlerischen Wert der Radiertechnik dieses Künstlers aus; ganz sublim steckt in diesen Drucken mit Motiven unserer Küstenlandschaft auch die Kunst des Expressionismus, der gerade für die jüngere Kunstgeschichte Schleswig – Holstein so entscheidend gewesen ist.

Rolf Meyn beherrscht höchst unterschiedliche künstlerische Techniken, die in ihrer Anwendung ganz differenzierte Vorgehensweisen nötig machen: Den vielen einzelnen Schritten bis zum fertigen Druck einer Radierung steht die Aquarellmalerei gegenüber, die vom Künstler zugleich ein hohes Maß an Spontaneität und sicherer Bestimmung des Bildaufbau verlangt.

Die Auswahl der Motive erscheint dabei aus einem bekannten Kanon zu stammen; Rolf Meyn ist in seinem Habitus sicherlich kein Künstler, der  ungewöhnliche Perspektiven oder Motive für seine Arbeiten sucht.

Das solide künstlerische Handwerk, das dieser Künstler meisterhaft beherrscht, ist vielmehr Garant für visuelle Erlebnisse, die uns deshalb in ihren Bann ziehen, weil die Anwendung der jeweiligen künstlerischen Technik auf höchst gekonntem Niveau erfolgt.

Sind die Blei- und Farbstiftzeichnungen dabei noch von einem hohen Grad realistischer Darstellung geprägt, schafft Meyn besonders mit seiner Aquarellmalerei den Schritt vom Abbild zu einer freieren Darstellung.

Wir ahnen noch anhand der Bildtitel, welches konkrete Motiv den Künstler angeregt hat; es geht bei diesen Arbeiten aber nicht vorrangig um eine realistische Darstellung.

Die Aquarellmalerei erweist sich vielmehr als grandioser Ausdruck der gekonnten Darstellung von Licht, dem beherrschenden Element jeder Form von Landschaftsdarstellung.

Rolf Meyn arbeitet mit einem dem jeweiligen Bildthema angemessenen Kanon von Farben – warme oder kühle Töne - die starke Wirkung seiner Aquarellmalerei entsteht aber auch durch das Stehen lassen der Papierfarbe. Diese Bilder beginnen aus sich selbst heraus zu leuchten.

Der Dichter Hugo v. Hofmannsthal schrieb in einer Kunstrezension einmal den folgenden Satz:

„Die Menschen müssen sich wieder erinnern, dass die Malerei eine Zauberschrift ist, die mit farbigen Klecksen, statt der Worte, eine innere Vision der Welt, der rätselhaften, wesenlosen, wundervollen Welt um uns übermittelt – das Malen etwas mit Denken, Träumen und Dichten zu tun hat und dass die die Kunst der Farben an Gewalt über die Seele gleich ist der Kunst der Töne.“

Wir sind Ihnen lieber Rolf Meyn sehr dankbar dafür, dass Sie uns durch Ihre Bilder, durch ihre eigene Zauberschrift Anteil  an dieser Welt haben lassen.